Die Einweihung des Ruhewald

Am 25. September 2010 ist im Rhein-Hunsrück-Kreis der erste Ruhewald für Baumbestattungen in der Ortsgemeinde Beulich eröffnet und eingeweiht worden.Trotz des regnerischen Wetters haben über 100 Interessenten an der Einweihung teilgenommen, die sich über die neue alternative Bestattungsform informieren wollten.

Nach der Begrüssungsansprache durch Ortsbürgermeister Friedhelm Vogt gab der Männerchor "Baybachtal" mit passenden Liedbeiträgen der Einweihung einen würdigen und feierlichen Rahmen. Kreisbeigeordneter Wolfgang Hübner (als Vertreter des Landrats, der auch die Schirmherrschaft übernommen hat) hob hervor, dass die Menschen die Art und Gestaltung ihrer letzten Ruhestätte frei und selbst wählen möchten. Dieses betonten auch der Verbandbürgermeister der Verbandsgemeinde Emmelshausen Peter Unkel und Ortsbürgermeister Friedhelm Vogt. Letzterer hob in seiner Rede hervor, dass sich im Laufe der letzten Zeit unter anderem auch die Bestattungskultur in Deutschland erheblich verändert hat. Bis vor wenigen Jahren gab es zum Beispiel auf dem Beulicher Friedhof nur Einzel- und Doppelgräber. Lange Grabpflegen und hohe Kosten der Grabeinfassungen waren für viele Familienangehörige nur mit erheblichem Aufwand finanziell zu bewältigen. Viele Menschen haben jahrelang einen aufgenommenen Kredit abbezahlt. Vielen Angehörigen fehlt einfach das Geld, eine würdige Bestattung zu bezahlen. Die Zahl der Sozialbestattungen steigt seit Jahren! Auch in Beulich gibt es mehrere Beispiele. Verschärft hat sich die Lage besonders seit 2004. Damals wurde das Sterbegeld der gesetzlichen Krankenkassen gestrichen. Wir haben in Beulich dafür gesorgt, dass sich heute die Mitbürgerinnen und Mitbürger auf dem Beulicher Friedhof so beerdigen lassen können, wie sie es möchten und finanziell können.
Von links: Pfarrer Josip Greguric; Prädikant Dr. Volker Enkelmann; Betreuer des Ruhewaldes Förster i. R. Henry Staschke; Ortsbürgermeister Friedhelm Vogt; Kreisbeigeordneter Wolfgang Hübner und Verbandsbürgermeister Peter Unkel.

Nun hat sich die Mehrheit des Gemeinderats der Ortsgemeinde Beulich dafür entschieden, einem weiteren Wunsch der Mitmenschen im Bestattungsbereich nachzukommen, in dem ein Ruhewald hier an dieser Stelle eingerichtet wurde. In unserem Ruhewald findet jeder, der es möchte, inmitten der schönen Natur, die letzte Ruhestätte. Jeder kann sich schon zu Lebzeiten einen Baum in der beruhigenden Gewissheit aussuchen, dass die Angehörigen oder Freunde später einen Ort der Trauer und der Andacht haben werden, ohne dass sie sich Gedanken um die Grabpflege machen müssen.

Vogt bedankte sich für die zügige Bearbeitung der Behörden (Kreisverwaltung Simmern, Verbandsgemeindeverwaltung Emmelshausen) und bei allen Beteiligten der Arbeitsgruppe und aus der Einwohnerschaft Beulich. Auch beim Jagdpächter, der sich sehr kooperativ gezeigt hat und dieser Massnahme positiv gegenüberstand.

Abschliessend wünschte er allen Menschen, die sich in dem Ruhewald "Römergräber" bestatten lassen, Ruhe und Frieden und Gottes Segen.
Pastor Josip Greguric und Prädikant Dr. Volker Enkelmann segneten den Ruhewald "Römergräber" ein. Der ehemalige Beulicher Förster Henry Staschke führte danach die grosse Gruppe durch den Ruhewald und gab Erläuterungen zu vielen Fragen der neuen Bestattungsformen im Ruhewald.
Ortsbürgermeister Friedhelm Vogt bei der Eröffnungsansprache.
Der Männergesangverein Baybachtal mit Chorleiterin Olga Matouchina.
Der Betreuer des Ruhewaldes Förster i.R. Henry Staschke erläutert an einem Biotop im Ruhewald Flora und Fauna.
Aufmerksame Zuhörer bei der Begehung des Ruhewaldes.
Teilnehmer am Andachtplatz

(alle Fotos von Klaus Kempter, Beulich)
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